Interim-Produktmanagement bei einer Premium-Teemarke: Innovationspipeline in zwei Monaten
Eine Marke mit über 200 Jahren Geschichte, ein kleines Produktmanagement-Team, stockende Innovation. Das Mandat begann mit Klarheit im Bestand und endete mit einer sauberen Übergabe an eine Festbesetzung.
Gespräch über Interim Leadership vereinbaren- Branche
- Premium-Lebensmittel (Tee), B2B
- Unternehmen
- Mittelstand, Marke seit über 200 Jahren, Deutschland
- Format
- Interim Leadership
- Rolle
- Head of Product, Research & Innovation, ad interim
- Dauer
- 15 Monate
Ausgangslage
Eine seit zwei Jahrhunderten etablierte Premium-Teemarke stagnierte. Das Haus wusste, dass Wachstum nötig war, um relevant zu bleiben und neue Konkurrenz im Stammmarkt abzuwehren: Premium-Hotels, Gastgewerbe, Catering.
Die Innovation stockte, Produktlinien waren veraltet, das Produktmanagement-Team war klein und jung. Gesucht war ein strukturierter Ansatz, um das Portfolio zu beleben und die Funktion anschließend dauerhaft zu besetzen.
Diagnose: Der Stau lag nicht bei den Ideen
Der Innovationsstau war eine Folge fehlender Entscheidungsgrundlagen, nicht fehlender Ideen. Es gab keinen definierten Prozess und keine Deckungsbeitragstransparenz. Entscheidungskriterien für Neuaufnahme oder Verbleib eines Produkts im Portfolio fehlten. Damit wurde jede Portfolio-Entscheidung zur Geschmacksfrage: subjektiv und im Rückblick schwer nachvollziehbar.
Der erste Hebel war deshalb Klarheit im Bestand, nicht Kreativität im Neugeschäft.
Vorgehen
- Audit aller Sortimente nach dem Raster modifizieren, beobachten, einstellen.
- Portfolioanalyse auf Deckungsbeitragsbasis und Sortimentsstraffung.
- Value Proposition Canvas (Osterwalder) als gemeinsame Sprache für Marketing, Vertrieb, Produktion, Qualitätsmanagement und Teeverkostung.
- KPIs und PowerBI-Dashboards, damit Entscheidungen transparent und nachvollziehbar werden.
- Neuausrichtung der Fachhandelsstrategie.
- Neuproduktprozess etabliert, Team geschult und gecoacht, Rollen und Stellenbeschreibungen definiert.
- Vorbereitung und Übergabe an einen Senior Product Manager.
Ergebnis
- Innerhalb von zwei Monaten stand eine Innovationspipeline mit zwei angestoßenen Explorationsinitiativen. Diese Dynamik hatte dem Haus seit Jahren gefehlt.
- Nach rund sechs Monaten: Sortimentsreduktion um rund 10 %, auf Datenbasis statt nach Bauchgefühl.
- Fachhandelsstrategie: 20 % weniger Budget- und Personalaufwand, ohne Umsatzeinbuße.
- Produktmanagement entwickelte sich vom Randthema zur KPI-gesteuerten Kernfunktion.
- Übergabe an eine Festbesetzung: Ein Senior Product Manager führt die Funktion weiter.
Warum Interim das richtige Format war
Der Aufbau war befristet. Die Dauerrolle ließ sich danach schmaler besetzen als zu Beginn der Suche: Die Struktur, die Prozesse und die Entscheidungskriterien standen, ein Senior Product Manager konnte darauf aufsetzen. Genau darauf ist ein Interim-Mandat bei marqueteer ausgelegt: Es macht sich selbst überflüssig.
Das Muster passt für Traditionsmarken mit Modernisierungsdruck, für Funktionen, die von Null aufgebaut werden müssen, und überall dort, wo Portfolio-Entscheidungen bisher ohne belastbare Daten fallen.
Das erste Gespräch klärt, ob das Muster zur Situation passt.
Kein Commitment, kein Risiko. 30 Minuten, um zu verstehen, ob ein Interim-Mandat der richtige Einstieg ist, oder ob eine strukturierte Diagnose mit Clear Focus zuerst sinnvoll wäre.